Dänemark, Tag 3
13. Oktober 2009
Eine Anrmerkung vorher: ich denke seit heute komplett auf Dänisch. Mein Kopf hat sich einfach umgestellt, und es ist gerade ziemlich schwer, das hier auf Deutsch zu schreiben, also bitte entschuldigt, falls ich irgendwelche gravierenden Fehler mache.
- Norwegisch hört sich an, als würde ein betrunkener Schwede Dänisch sprechen. Zumindest das Norwegisch, das die sprechen, die mit hier bei den Kursen sind.
- Vorträge über dänische Politik sind verdammt anstrengend. Der politische Kommentator der größten/wichtigsten dänischen Tageszeitung hat den Vortrag gehalten, und mein Hintergrundwissen zu dänischer Politik ist mehr oder weniger gleich Null. Es war anstrengend, richtig heftig, und nach 1 1/2 Stunden habe ich aufgegeben. Ging nicht mehr.
- ich habe das Gefühl, zu 90% aus Koffein zu bestehen. Hier gibts 24 Stunden am Tag umsonst frischen, richtig guten Kaffee, und das nutze ich gnadenlos aus. Ist halt ein Unterschied zu meinem Pulvercappuccino im Guesthouse.
- heute waren wir in Lyngby im Lyngby storcenter, also im Einkaufszentrum. Ein gigantischer H&M, und wir haben uns aufgeteilt und ich hatte eine Stunde Zeit mir mir allein im H&M. Hach. Wenn ich alles gekauft hätte, was ich wollte, wäre ich bei knapp 100 Euro und 2 Röcken, einem Kleid, ein Oberteil, zwei Leggings gewesen. Am Ende wurden es dann “nur” die zwei Röcke, eine Leggings und ein Oberteil. Aber das reicht auch. Definitiv. Eine Kreditkarte zu haben ist verflucht verlockend.
- in unserer Gruppe ist eine halb Isländerin halb Schwedin dabei, mit der ich mich heute unterhalten habe. Mein Isländisch hat nicht gereicht, und ihr Dänisch ist ziemlich schlecht, und irgendwie haben wir beide mitten im Gespräch gemerkt, dass ich mal eben Schwedisch geredet habe. Äh, ja. Schwedisch. Warum auch nicht. Macht ja nix, dass ich eigentlich kein Schwedisch kann.
- es ist zwanzig nach neun, und ich könnte schon wieder ins Bett gehen. Um 7 aufstehen, den ganzen Tag umgeben von Fremdsprachen (heute so Dänisch, Norwegisch, Schwedisch und wie immer viel Isländisch, ich hab nicht ein Wort Deutsch gesprochen) und viel frischer Luft, und abends nie vor 12 ins Bett. Gnah.
Dänemark, Tag 2
12. Oktober 2009
- viel Luft
- viel Isländisch
- noch viel mehr Dänisch
- 400 Jahre altes Buch in der Hand gehabt
- leider nichts davon lesen können, weil isländische Saga
- bisschen Verwirrung (guckstu Ursprungsblog)
- weltbeste Falafel gegessen
- über den strøget gegangen
- im Vortrag über dänische Sprachforschung ganz kurz eingeknickt
- im Tivoli gewesen
- 3fach-Looping-Achterbahn
- Verkupplungsversuche durch 2 Isländerinnen mit einem Norweger
- gingen schief, da kein Interesse von meiner Seite
- weil Nase voll
- 25 Euro für Strumpfhosen ausgegeben
- war aber auch zu verlockend
- und in Island hätte ich das dreifache zahlen müssen
- eine halbe Stunde unter der Dusche gestanden
- weil saubere Hoteldusche
- mit Fußbodenheizung
- und überhaupt, warm!
- und nur mit einer Person teilen
- nicht mit 4 wie im Guesthouse
- “mein” Dänemark erlebt
- endgültig in Kopenhagen verliebt. So sehr.
- endlich mal wieder Tuborg Squash getrunken
- Komplimente für mein Dänisch bekommen
- jetzt dieses Jahr nicht nur in Berlin, Köln, Hamburg und Brüssel U-Bahn gefahren sondern auch noch Kopenhagen
- ganz schön viel für mich als Dorfkind
- jetzt ins Bett. Gute Nacht!
Eine andere Insel…
11. Oktober 2009
Ich bin ausnahmsweise mal auf einer anderen Insel :)
Sjælland, nämlich.
Also meine Art von Globalisierung: ich (Deutsche) bin in Dänemark und rede eine Mischung aus Dänisch, Isländisch, Deutsch und Englisch. Zwischendurch denke ich verfluchtnochmal auf Isländisch, auch wenn ich diese Sprache kaum kann. Was solls. Das machen die vier Isländer, mit denen ich den Tag verbracht hab.
Jetzt Bett. Morgen København samt Vortrag an der Uni und abends Tivoli.
Ein paar Stichworte für morgen
12. September 2009
Schafe, Pferde, Geysire, Wasserfälle, Wiesen, Täler, Berge, Trolle, Elfen, Vulkane, Sprühregen, Wind.
(Jetzt müde. Und noch ein Date, später.)
Eine Woche Reykjavik-Schnipsel
3. September 2009
- wir durften heute endlich ins Appartment umziehen. Endlich mehr Platz, endlich auspacken, endlich nicht mehr ständig mit Zahnbürste und Handtuch über den Flur rennen.
- das Appartment ist echt okay. Zwar das klitzekleine Problem, dass wir doch nur ein großes Wohn-/Schlaf-/Esszimmer haben, aber naja. Wir haben umgeräumt, die Betten stehen nicht mehr nebeneinander sondern soweit auseinander wie es geht, es hat jetzt jede von uns ihre Ecke, das passt schon.
- ich hab tatsächlich das größere Bett bekommen. 1,40 m Breite ganz für mich alleine, Luxus :)
- dummerweise hab ich kein passendes Bettlaken dafür. Also im Moment erstmal zwei normal breite Bettlaken neben-/übereinander, vorübergehend geht das.
- am Samstag fahren wir mit ein paar Mädels mit dem Bus zu Ikea. Bettwäsche und Handtücher kaufen und bestimmt noch ein bisschen unnötigen aber schönen Kleinkram.
- um zu uns zu kommen, muss man zuerst von der Straße aus die Haustür rein. Direkt hinter der Haustür ist eine Stufe. Inzwischen weiß ich das, vorhin wusste ich es nicht. Wir kamen vom Einkaufen (Putzkram, Lebensmittel, Klopapier = Großeinlauf) und ich hatte die Hände voll mit Sachen. Irgendwie schließe ich die Tür auf und falle dann rein. Dabei knicke ich so richtig fies um und hör dabei ein nettes kleines Knacken im Fuß. Inzwischen tut es weh, echt böse. Irgendwie genau so, wie damals vor anderthalb Jahren, was sich viel später als eigentlich eingipsbedürftige Zerrung rausgestellt hat – aber das ignoriere ich erstmal, solange ich noch laufen kann passt das schon.
- die “Meet your buddy”-Party gestern war der totale Reinfall. Winzig kleiner Club, wahnsinnig voll. Geschätzte 400 Leute auf Platz für offiziell 150, dazu strömender Regen, d.h. alle klatschnass, und keine Garderobe. Irgendwann war es wirklich nur noch ekelhaft, gefühlte 500% Luftfeuchtigkeit, an die Bar (Freibier für Erasmusleute von 20 bis 22 Uhr) kam man eh nicht… Wir sind nach knapp einer Stunde wieder gegangen.
- mein Buddy ist ganz okay echt nett und sieht verdammt gut aus und hat dummerweise eine Freundin und will mit mir Isländisch reden, damit ich es lerne, und ich soll auf Deutsch antworten, damit er sein 6 Jahre altes Schul-Deutsch wieder aktiviert. Ich bin gespannt!
- ich hab die Kassiererin im Supermarkt heute problemlos verstanden, ha! Sie hat zwar nur gefragt, ob ich eine Tüte möchte, und ich hab dummerweise mit einer Mischung aus Isländisch und Dänisch geantwortet, aber sie hat mich auch verstanden, gnihihi.
- morgen wieder Uni, “Dänische Sprache und Srachgebrauch”. Eigentlich müsste ich noch 10 Seiten dafür lesen, aber ich hab grad sowas von keine Lust… Hm.
- ich hab endlich meine Kamera und die Batterien gefunden, morgen oder spätestens am Wochenende gibts Fotos vom Appartment :)
- so. Ich glaub, ich bewege mich langsam ins Bett. Oder so. Ah, nochwas: die Internetverbindung ist hier oben im Appartment viel viel besser als unten, ich kann sogar Fernsehen… Hach, schön.
- mir gehts guuuuuuuuut!
Zweite erste Eindrücke
29. August 2009
Heute also wieder unterwegs gewesen. Erst einkaufen, was gar nicht so teuer war wie erwartet/befürchtet, dann also um 14 Uhr an der Hallgrimskirkja mit anderen verabredet.
Wir waren zuerst nur zu dritt, dann zu viert, dann zu sechst, irgendwann zu acht, dann auf dem Weg zurück zur Fußgängerzone kamen nochmal 3 dazu…
Und wie immer, ich hab einfach ein katastrophales Namensgedächtnis – keine Ahnung, wie die alle hießen. Aber aus 5 verschiedenen Ländern waren wir am Ende jedenfalls.
Irgendwann landeten wir in einem Café mit Livemusik, das “Melodica Acoustic Festival” war dort. Schön wars, wirklich schön!
Das Café war auch echt toll, ganz viele alte Möbel durcheinander, humane Preise… Der Tag hat sich gelohnt.
Natürlich bin ich schon wieder müde, das macht die isländiche Luft und die Zeitverschiebung ^^