Nicht viel neues.
8. September 2009
Ich lebe weiterhin lustig vor mich hin.
Eben haben wir uns nach der Uni kurz getroffen, heute Abend gehen wir ins Kino.
Ansonsten kann ich einfach überhaupt nicht fassen, was da gerade passiert und vorallem, dass es sich so richtig anfühlt. Einfach nur richtig.
Es ist toll <3
Also.
7. September 2009
Ich will hier nicht zu viel verraten, bisschen was darf auch mein Geheimnis bleiben :) , also hier die Kurzfassung von gestern*:
Ich lag in Gammelklamotten mit Schokolade und Laptop im Bett und schrieb einen Blogeintrag über das, was am Wochenende vor lauter A-Frust unterging, als mein Handy klingelte. A.!
Wir redeten kurz, Freitag war schön, blabla, hast du Lust was zu machen, ja, gut, ich hol dich ab, bin in 20 Minuten da!
Stress. Raus aus dem Bett, umziehen, bisschen Makeup, Haare irgendwie öffentlichkeitstauglich kriegen, Zähne putzen, was Mädchen halt so machen.
Ich ging raus, wartete an der Straße, dachte bei jedem sich nähernden Menschen “Das ist er!” und wenn der Abstand kleiner wurde “Oh, doch nicht.”, als ein Auto anhält. Das war er.
Ich stieg ein, er fragte, ob ich Eis essen gehen mag, ich sagte ja. Wir fuhren irgendwohin (mein Orientierungssinn in dieser Stadt ist noch nicht der beste), Industriegebiet oder so, redeten während der Fahrt (ca. 10 Minuten??) über die Musik, die im Radio lief. Als wir ausstiegen und ich ums Auto rum zu ihm ging, nahm er meine Hand. Wir gingen in das Eisdings, er fragte mich, was ich will. Es war mir sowas von egal, irgendwas mit Schokolade. Wir bekamen unser Eis und setzten uns damit ins Auto, weil, inzwischen war halb 11 oder so, das Eisdings zumachte.
(Hach, ich werd so ausführlich gerade. Hm. Wie krieg ich das denn kürzer?)
Nach dem Eis fuhren wir durch die Gegend, irgendwo auf einem Berg/Hügel über der Stadt, mitten im Nichts. Er hielt auf einem Parkplatz, sah mich an, “Hast du eigentlich einen Führerschein?” – “Ja.” – “Gilt der auch hier?” – “Äh, ja.” – “Gut, dann fährst du jetzt. Ich will sehen ob du nervös bist.” Das sagte er mit so einem fetten Grinsen, ich konnte nicht nein sagen ^^
Wir tauschten die Plätze, ich versuchte, mich in diesem Auto (gefühlt doppelt- bis dreimal so groß wie die Autos, die ich gewohnt bin zu fahren) zu orientieren und schaffte es sogar, loszufahren. Er lotste mich durchs Nichts bis zu einem Vorort und sagte, wenn ich irgendwas wiedererkenne wo ich schonmal war, sollte ich anhalten.
Also fuhren wir durch die Nacht, ich nervös wg. fremdem Auto, er grinsend, “It’s just so funny to watch you. You’re nervous and you have no idea where you are”. Aber irgendwie machte es Spaß, ich weiß auch nicht. Wir landeten auf der Stadtautobahn (oder zumindest sowas in der Art) und irgendwann kamen wir bei der Uni raus. Ich fuhr dort auf den Parkplatz und parkte, naja, etwas mies. Aber das Auto war auch einfach zu groß…
Wir stiegen aus, liefen durch die Gegend (auf dem Campus ist eine Art Park), zurück zum Auto. Radio an, reden. Reden, reden, reden, reden. Und… ich wollte schon immer mal zu Hallelujah knutschend im Auto sitzen.
Mal wieder keine Ahnung, wieviel Zeit verging. Irgendwann wollten wir jedenfalls weiter. Und die Betonung liegt auf wollten. Denn das werte Auto dachte sich was anderes und sprang nicht mehr an. Batterie. Irgendwie schafften wir es, das Auto mehr oder weniger vernünftig in eine Parklücke zu schieben. (So hab ich mir ein zweites Date nie nie niemals vorgestellt. Aber naja. “We’ll probably never forget that night”, Recht hat er.)
Wir waren näher an seinem Zuhause als an meinem, also fuhren wir mit dem Taxi zu ihm. Da war ich dann nochmal so bis halb 3, als wir beschlossen, dass ich mal besser nach Hause, und so. Weil er bei seinen Eltern wohnt und am Frühstückstisch ein “Mum, Dad, that’s a girl I met 2 days ago” bestimmt nicht so gut kommen würde, und so. Naja, also fuhr ich mit dem Taxi nach Hause und fiel gegen 3 totmüde ins Bett.
*ich hab einige Details ausgelassen. Weil, ihr müsst ja nicht alles wissen. So. Denkt euch euren Teil :D
Und heute hab ich Muskelkater vom Auto durch die Gegend schieben und leicht wunde Lippen und bin sowas von müde und habe keine Ahnung, was daraus wird. Aber egal was sein wird, im Moment lebe ich einfach und es tut mir gut. Punkt.
(Den Eintrag, den ich gestern angefangen hab, gibts dann wann anders. Ich komm ja zu nix, hier. Zur Uni muss ich ja zwischendurch auch mal, und Kaffee trinken gehen mit den Mädels und was essen kann auch nicht schaden und und und.)
(Gleiches gilt für mehr Fotos. Kommt, irgendwann.)
Uah!
7. September 2009
Er hat gestern Abend angerufen und wir haben uns nochmal getroffen und hatten eine (mirfälltkeinpassendesAdjektivein) Zeit.
Es war toll. Wirklich.
(Ich hab Muskelkater. Autos mit leerer Batterie sind doof. Später mehr.)
Ausgehen in R.
5. September 2009
(Nur so kryptisches Schnipselgedöns. Weil, ne, und so.)
- die Isländer sind, wenn sie dann mal angefangen haben zu reden, höchst redselig.
- ich sollte die Finger vom Alkohol lassen.
- oder auch nicht, weil ohne Alkohol wäre das tolle von letzter Nacht nicht passiert.
- nein, nicht das, was ihr denkt.
- ich hatte ein wenig viel Spaß.
- irgendwie.
- sich auf einen Drink einladen lassen kann ich inzwischen ziemlich gut.
- wenn man Isländern sagt, man kommt aus der Nähe von Köln, kommt welche Reaktion? Richtig: Oh, the big church!
- Eingänge zu Banken sind trotz Wirtschaftskrise warm und angenehm unbeleuchtet.
- “You know, that’s why it’s called Iceland. You have to freeze when you’re here, otherwise would it be Warmland. And I couldn’t hold you’re hand to keep it warm.”
- es war ein bisschen wie im Film. Ihr wisst schon, nach Hause gebracht werden und Kuss an der Haustür und so.
Uni
1. September 2009
Gestern und heute war dann die erste Begegnung mit der Uni. Leute, ich sag euch was, wenn ihr Deutschland für bürokratisch haltet, kommt nie nach Island.
Der absolute Wahnsinn. Am Freitag haben wir uns beim Einwohnermeldeamt oder so ähnlich registriert, bzw. einen Antrag auf die ID-Nummer (isländisch kennitala) gestellt. Denn erst, wenn man diese Nummer hat, die die Isländer von Geburt an haben, kann man sich überhaupt erst richtig an der Uni einschreiben. Da hieß es, unsere kennitala sei am Montag da und wird zur Uni gefaxt. Also waren wir gestern bei der Uni. Am Service Desk muss man erstmal einen Nummer ziehen und dann eben warten. Es war alles voller Austauschstudenten, von überall hörte man ein Sprachwirrwarr, das war irgendwie cool ^^
Als wir dann dran waren die Enttäuschung: Nö, eure kennitala ist noch nicht da. Aber ich geb euch schonmal die Formulare, die füllt ihr aus und gebt sie morgen wieder ab, dann müsste die ID auch da sein.
Später war dann noch das Orientation meeting for international students, da gab es so viel Infos, dass ich am Ende echt nicht mehr wusste, wo ich bin, wie ich heiße, und überhaupt. Heftig.
Gestern Abend haben wir (meine Mitbewohnerin P und ich) uns dann noch mit unseren französischen Nachbarn (sie ist übrigens halb irisch halb französisch, sehr interessant!) und 2 anderen deutschen Mädchen getroffen um was trinken zu gehen. Wurde ein richtig schöner Abend in einer tollen Bar mit buy one get one free-Bier, irgendwann saßen wir dann zu ich hab keine Ahnung wievielen Erasmusleuten an einem Tisch, Deutsche, Franzosen, Spanier, Finnen, Italiener – hach, schön!
Heute war dann das Begrüßungsmeeting von unserer Fakultät, auch wieder Infos ohne Ende, und der nächste Versuch am Service Desk, diesmal erfolgreich, unsere kennitala ist da!
Also Registrierungsformular abgeben und danach zum nächsten Meeting, bzgl. Isländischkurs. Da dann die nächste große Überraschung: wir hatten uns bisher für die völlig falschen Kurse angemeldet und eingetragen, weil unser Dozent in Deutschland scheinbar keine Ahnung hatte. Also neue Kurse raussuchen, wieder ein Formular ausfüllen und abgeben, das Learning Agreement für Erasmus neu schreiben und irgendwie unterschreiben und stempeln lassen und nach Deutschland schicken…
Zwischendurch noch erfahren, dass der eine Dänischkurs, den wir belegen wollten, gar nicht mehr angeboten wird, also wird es statt dänischer Jugendsprache (hätte ich so gern gemacht!!!) jetzt dänische Gegenwartsliteratur. Wenn überhaupt. Denn mit Isländisch haben wir schon unsere 30 ECTS voll, und wir dürfen maximal 40 haben, bleibt die Frage, ob der Kurs “Dänische Sprache und Sprachgebrauch III” mit 5 oder mit 10 ECTS gewertet wird? Wenn es 5 sind, könnten wir noch den Kurst “Isländische Kultur” dazuquetschen, ansonsten bleibt es bei “Vocabulary I”, “Speech and pronounciation I”, “Self study” und “Dänische Sprache und Sprachgebrauch III”. Mal sehen.
Die Unigebäude kenne ich jetzt zum Teil auch schon, eine kurze Führung für die neuen Studenten hab ich heute mitgemacht, morgen gibts eine Schnitzeljagd(?) auf dem Campus, mal abwarten, wie das wird. An sich ist die Uni echt toll, alles auf einem Campus, das kenn ich ja bisher so gar nicht. Die Cafeteria (als Mensaersatz) hat eine große Auswahl, sogar bezahlbar, doch, die Uni gefällt mir. Bis auf den ganzen Papierkram.
Zum mehr Fotos machen kam ich noch gar nicht, meine Kamera ist verschwunden -.-
Wir durften gestern noch in ein größeres Zimmer umziehen und haben erstmal alles irgendwie in die Koffer geschmissen und rübergeschleppt, ich hoffe, dass sie spätestens am Donnerstag, wenn wir endlich ins Appartment dürfen und endlichendlich mal auspacken können, wieder auftaucht. Obwohl ich sie morgen bei der “Me.et your bud.dy-pa.rty” (Punkte, damit es nicht googlebar ist) schon ganz gerne hätte…
Auf meinen Buddy bin ich übrigens mal sehr gespannt, der Gute meldet sich nämlich nur höchst spärlich bis gar nicht bei mir und reagiert weder auf Emails noch auf SMS… Achja, und eine isländische Simkarte hab ich jetzt auch. Höchst praktisch, weil SMS und anrufen zu anderen mit dem gleichen Netzbetreiber sind umsonst, und alle Erasmusleute haben die Karte umsonst bekommen…
Boah, ich bin so voll von neuen Eindrücken und Bildern und Menschen und Sprachen. Das Leben lebt sich selbst gerade, und das mit einer Geschwindigkeit, dass ich kaum mitkomme. Aber es macht Spaß! Wirklich.
(Und Reykjavík gibt mir so sehr das Zuhause-Gefühle, nachdem ich mich gesehnt habe, ich wage es kaum zu glauben, ehrlich.)
Noch 22 Stunden und 34 Minuten.
27. August 2009
Ich versuche, völlig ruhig zu bleiben. Oder zumindest so ruhig, wie es irgendwie geht.
Ich sitze im Bett, Laptop auf dem Schoß, Radio im Hintergrund, und spiele Mahjong.
Irgendwie schrecke ich auf, als im Radio dieses Lied läuft.
Everything’s gonna be alright
Und auf einmal glaube ich es. Wirklich. Ich bin überzeugt davon, dass alles gut wird. Irgendwann.
Es ist nicht meine Art von Musik, ich mag den Text nicht, die Stimme nicht – aber diese eine Zeile macht viel aus.
Vielleicht auch deshalb, weil ich vorhin auf dem Balkon stand und Richtung Sonnenuntergang guckte und mir endlich klar wurde, was das für eine Sehnsucht ist, die mich jetzt schon so lange beschäftigt. Die Sehnsucht nach (m)einem Zuhause. Nach meinem Ort. Und wer weiß, vielleicht wird Reykjavík ja genau dieser Ort sein? Wer weiß das schon.
Ich bin also optimistisch und gehe mit dieser Zeile und einem Lächeln in die letzte Nacht hier.
Es wird.
26. August 2009
Mein Koffer ist vollgepackt bis obenhin, wiegt ca. 21 Kilo, dann habe ich noch 9 Kilo für den Rucksack frei, also alles noch im Rahmen.
Das Handgepäck muss ich noch sortieren, damit alles in die Tasche passt.
Alles in Allem werde ich so ca. 37 bis höchstens 40 Kilo Gepäck mitnehmen.
Der Blogversuch hier ist auch erstmal okay, auf Dauer gefällt mir das Design nicht, aber für den Anfang reichts.
Die Spannung steigt mit jeder Minute. Heute ist Mittwoch, heute also noch das Handgepäck packen und ein letztes Mal in die Stadt fahren, ein Paar Schuhe braucht noch neue Absätze. Morgen, Donnerstag, vormittags arbeiten in der Bücherei und dann irgendwie die Zeit totschlagen. Gegen 19 Uhr dann losfahren Richtung Flughafen.
Ich bin SO aufgeregt!
Der Anfang…
26. August 2009
Der Anfang eines neuen Blogs, der Anfang meiner Island-Zeit…
Beides aufregend. Das zweite jedoch eindeutig mehr ^^