Das Ende – oder auch: “Wir müssen reden”
18. September 2009
Gestern Abend war ich mit den Mädels unterwegs, es sollte ein Isländisch-Deutsch-Stammtisch werden, für Isländer, die Deutsch lernen wollen und andersrum. Eigentlich waren nur Deutsche da, aber es war trotzdem ganz nett.
Während ich mit P. und J. rauchend draußen stehe, klingelt mein Handy. A. Wo ich bin, ob wir uns sehen können, etc. Also ausgemacht, dass er mich in einer halben Stunde bei mir abholt. Ich hatte schon ein mieses Gefühl, weil er so anders klang, als sonst. Viel ernster, viel ‘wichtiger’.
Als er ankommt und ich zu ihm ins Auto steige, weiß ich es. Mir ist sofort klar, dass es das war. Er schaut mich an, sagt “Wir müssen reden.” und fährt los. Wir fahren unten in Richtung Hafen, zu einem Parkplatz. Er hält an, macht den Motor aus, schaut mich an.
“Hör zu, als wir letzte Woche drüber geredet haben, was das ist mit uns, da haben wir gesagt, wir wissen es nicht und warten ab, was passiert. Ich hab nachgedacht. Und, Majken, es geht nicht. Ich glaube, wir wollen zu unterschiedliche Dinge. Ich kann mir nicht vorstellen, was in einem, in zwei, in 5 oder in 8 Monaten, wenn du wieder gehst, sein wird. Das geht einfach nicht. Und wenn wir so weiter machen wie bisher, hätte ich nur das Gefühl, dich auszunutzen, und das will ich nicht, verstehst du?”
Ja, ich verstand. Oder ich tat so, als würde ich verstehen.
“Aber hey, wir können Freunde bleiben, hm? Ich mag dich echt, und wir hatten eine wunderschöne Zeit zusammen.”
Ja, natürlich. Freunde bleiben. Was auch sonst.
“Alles okay bei dir?”
Ja, sicher, mir gehts super.
Ich hatte gehofft, dass so etwas nicht passiert. Aber irgendwo in mir habe ich damit gerechnet. Irgendwie wusste ich es. Vielleicht ist es bloß pessimistisches Denken, das als Folge von den sämtlichen Enttäuschungen entstand. Vielleicht wusste ich aber einfach auch, dass aus A. und mir nichts wird.
Ich weiß es nicht.
Ich weiß nur, dass es wehtut, auch wenn ich damit gerechnet habe.
Also fuhr er mich nach Hause, hielt vor dem Haus an und schaut mich wieder an. “Ich muss mich wirklich bei dir bedanken. Ich meine, ich war so down, ich bin immer noch so fertig wegen meinen Eltern, wenn ich dich nicht getroffen hätte, ich weiß nicht, was dann passiert wäre mit mir. Lass uns in Kontakt bleiben, ja? Ich kann dir gern mit deinen Isländisch-Aufgaben helfen, wenn du magst.”
Ja, klar. Ich meld mich dann, oder so. Tür auf, aussteigen, ihm hinterherschauen. An die Hauswand lehnen, leise “Mistkerl” flüstern, eine Kippe anzünden und erstmal ankommen.
Und vorbei.
18. September 2009
Wenn es etwas gibt, das ich wirklich nicht mag, dann ist es der Satz “Lass uns Freunde bleiben.”
Wirklich. Ich hasse diesen Satz.
Da hilft auch kein “Ich hatte eine wunderschöne Zeit mir dir.” mehr. Und erst recht kein “Wirklich. Majken, wenn ich dich nicht getroffen hätte, ich weiß nicht, was passiert wäre. Ehrlich, ich war so down wegen der Scheidung meiner Eltern und du hast mich aus dem Loch geholt.”
Ich hasse diesen einen Satz.
Und Isländer sind also genau so Mistkerle wie Deutsche und Briten. Ich weiß, ich verallgemeinere das gerade sehr, aber das würde jede(r) in meiner Situation.
Ich hasse diesen einen Satz.
2 Wochen schon.
11. September 2009
Jetzt bin ich schon seit 2 Wochen hier.
Heftig, wie schnell die Zeit vergeht. Die Stadt ist mir inzwischen so vertraut, die Alltagswege (zur Uni, zum Einkaufen etc.) könnte ich blind gehen. Auch die Uni ist längst Gewohnheit.
Bisher kenne ich leider wirklich nur die Stadt an sich, aber morgen machen wir einen Tagesausflug, dahin.
Ich bin wahnsinnig gespannt was mich da erwartet. Vorher gehts noch zum “réttir” – Schafabtrieb, Googlebildersuche zeigt ganz gut, was es ist.
Eigentlich kann ich das ja noch gar nicht sagen/einschätzen, aber R. ist eine Stadt, in der ich leben könnte. Für länger. (Ich weiß. A. spielt da mit rein. Aber auch ohne ihn wäre es so.)
Mir gehts gut hier. Richtig richtig gut.
Für Eingeweihte:
10. September 2009
Bisschen mehr A.-Content im Ursprungsblog.
A.-Content
10. September 2009
(Ich weiß, ich weiß. Es nervt. Aber hey, das ist mein Blog, ich darf schreiben was ich will. Außerdem beschäftigt mich das gerade sehr.)
Die Mädels waren gestern auf einer scheinbar richtig guten Party und hatten extrem viel Spaß.
Ich wurde zum Essen eingeladen und so, und hatte auch Spaß.
Dann jetzt heute die Geschichten von gestern hören und absolut nicht mitreden können ist doof. Ich bin ein wenig hin- und hergerissen. Mit A. läuft gerade alles so wunderbar, ich würde am liebsten 24 Stunden/Tag mit ihm verbringen. Aber ich will doch auch mit den Mädels losziehen und Spaß haben. (Sie haben u.a. den Bürgermeister getroffen. Der sturzbetrunken feiern war. Und so. Klang lustig.)
Was mach ich denn jetzt, hm? Ich bräuchte einen Zeitplan. Gerecht aufgeteilt, dann und dann A., dann und dann Mädels. Kann sowas funktionieren?
(In meinen letzten Beziehungen hatte ich das Problem irgendwie nicht. Fernbeziehung regelt das von selbst, unter der Woche waren es die Mädels, jedes zweite Wochenende der Betreffende, manchmal beides kombiniert. Irgendwie krieg ich das hier nicht auf die Reihe.)
Aber naja. Zum Anfang probier ich es jetzt mal mit morgen Abend A. und Samstag von 8 bis kA Mädels, Tagestour mit Bus und so.
Trotzdem, ich finde es ganz schön schwierig.
Möh.
10. September 2009
Nach einem wirklich schönen Abend zurück in die Wohnung kommen und erstmal leicht geschockt sein ist doof.
Die Mädels waren zum Vorglühen hier, das wusste ich auch, ist ja kein Ding. Aber man muss die Wohnung erstens nicht völlig versifft hinterlassen und zweitens haben sie hier drin geraucht. Ich rauche ja auch und so, aber drinnen rauchen ist und bleibt einfach nur eklig. Ich muss morgen mit meiner Mitbewohnerin reden. Sowas mag ich nämlich nicht.
(Der Abend war mal wieder, hach. Essen gehen, DVD gucken und Sofa kuscheln. Es war kein Mädchenfilm und dann kann ich die Situation schon mal ein bisschen ausnutzen, Beschützerinstinkt und sowas, gnihihihi.)
(Mir fällt gerade der Name nicht mehr ein, isländischer Film, sonst würde ich was dazu verlinken. Höchst gruselig, für mich jedenfalls. Viel zu viele Leichen und Friedhöfe und wieder ausgebuddelte Särge und so.)
Wie kann mir ein einziger Mensch so verdammt gut tun, wie?
EDIT:
Dieser Film war es.
Und auf deutsch ist es dieses Buch.
Mutation
9. September 2009
Wenn ich mir den Blog mal anschaue, dann sieht es nach einer Mutation aus.
Vom Island- zum A.-Blog.
Ich weiß noch nicht, wie ich das finde. Ich meine, klar, A. und Island gehört zusammen. Aber irgendwie geht so viel Alltagsleben gerade völlig unter, und das stört mich.
Vielleicht wäre es eine Lösung, wenn ich die A.-Sachen in den alten Blog packe, hm? Aber damit bin ich auch nicht glücklich.
Also, was jetzt? A. darf erstmal bleiben, so.
(Und wenn ich sowieso schon beim Thema bin:
Heute Abend 3. Date. Nach Eisessen und Kino (wurde DVD bei ihm, weil wir uns nicht auf einen Film einigen konnten) jetzt also Essen gehen. )
(Ich glaube, ich bin verliebt. Oder was sonst bedeutet es, dass es sich anfühlt, wie zu Hause ankommen, wenn ich in seine Augen schaue? Was soll es heißen, dass er mir einfach gut tut? Was ist die Bedeutung davon, dass wir zusammen reden und lachen, schweigen und lächeln? Und dass es sich nach nicht mal einer Woche, in der wir uns kennen, schon komisch anfühlt, wenn er nicht da ist?)
Nicht viel neues.
8. September 2009
Ich lebe weiterhin lustig vor mich hin.
Eben haben wir uns nach der Uni kurz getroffen, heute Abend gehen wir ins Kino.
Ansonsten kann ich einfach überhaupt nicht fassen, was da gerade passiert und vorallem, dass es sich so richtig anfühlt. Einfach nur richtig.
Es ist toll <3
Also.
7. September 2009
Ich will hier nicht zu viel verraten, bisschen was darf auch mein Geheimnis bleiben :) , also hier die Kurzfassung von gestern*:
Ich lag in Gammelklamotten mit Schokolade und Laptop im Bett und schrieb einen Blogeintrag über das, was am Wochenende vor lauter A-Frust unterging, als mein Handy klingelte. A.!
Wir redeten kurz, Freitag war schön, blabla, hast du Lust was zu machen, ja, gut, ich hol dich ab, bin in 20 Minuten da!
Stress. Raus aus dem Bett, umziehen, bisschen Makeup, Haare irgendwie öffentlichkeitstauglich kriegen, Zähne putzen, was Mädchen halt so machen.
Ich ging raus, wartete an der Straße, dachte bei jedem sich nähernden Menschen “Das ist er!” und wenn der Abstand kleiner wurde “Oh, doch nicht.”, als ein Auto anhält. Das war er.
Ich stieg ein, er fragte, ob ich Eis essen gehen mag, ich sagte ja. Wir fuhren irgendwohin (mein Orientierungssinn in dieser Stadt ist noch nicht der beste), Industriegebiet oder so, redeten während der Fahrt (ca. 10 Minuten??) über die Musik, die im Radio lief. Als wir ausstiegen und ich ums Auto rum zu ihm ging, nahm er meine Hand. Wir gingen in das Eisdings, er fragte mich, was ich will. Es war mir sowas von egal, irgendwas mit Schokolade. Wir bekamen unser Eis und setzten uns damit ins Auto, weil, inzwischen war halb 11 oder so, das Eisdings zumachte.
(Hach, ich werd so ausführlich gerade. Hm. Wie krieg ich das denn kürzer?)
Nach dem Eis fuhren wir durch die Gegend, irgendwo auf einem Berg/Hügel über der Stadt, mitten im Nichts. Er hielt auf einem Parkplatz, sah mich an, “Hast du eigentlich einen Führerschein?” – “Ja.” – “Gilt der auch hier?” – “Äh, ja.” – “Gut, dann fährst du jetzt. Ich will sehen ob du nervös bist.” Das sagte er mit so einem fetten Grinsen, ich konnte nicht nein sagen ^^
Wir tauschten die Plätze, ich versuchte, mich in diesem Auto (gefühlt doppelt- bis dreimal so groß wie die Autos, die ich gewohnt bin zu fahren) zu orientieren und schaffte es sogar, loszufahren. Er lotste mich durchs Nichts bis zu einem Vorort und sagte, wenn ich irgendwas wiedererkenne wo ich schonmal war, sollte ich anhalten.
Also fuhren wir durch die Nacht, ich nervös wg. fremdem Auto, er grinsend, “It’s just so funny to watch you. You’re nervous and you have no idea where you are”. Aber irgendwie machte es Spaß, ich weiß auch nicht. Wir landeten auf der Stadtautobahn (oder zumindest sowas in der Art) und irgendwann kamen wir bei der Uni raus. Ich fuhr dort auf den Parkplatz und parkte, naja, etwas mies. Aber das Auto war auch einfach zu groß…
Wir stiegen aus, liefen durch die Gegend (auf dem Campus ist eine Art Park), zurück zum Auto. Radio an, reden. Reden, reden, reden, reden. Und… ich wollte schon immer mal zu Hallelujah knutschend im Auto sitzen.
Mal wieder keine Ahnung, wieviel Zeit verging. Irgendwann wollten wir jedenfalls weiter. Und die Betonung liegt auf wollten. Denn das werte Auto dachte sich was anderes und sprang nicht mehr an. Batterie. Irgendwie schafften wir es, das Auto mehr oder weniger vernünftig in eine Parklücke zu schieben. (So hab ich mir ein zweites Date nie nie niemals vorgestellt. Aber naja. “We’ll probably never forget that night”, Recht hat er.)
Wir waren näher an seinem Zuhause als an meinem, also fuhren wir mit dem Taxi zu ihm. Da war ich dann nochmal so bis halb 3, als wir beschlossen, dass ich mal besser nach Hause, und so. Weil er bei seinen Eltern wohnt und am Frühstückstisch ein “Mum, Dad, that’s a girl I met 2 days ago” bestimmt nicht so gut kommen würde, und so. Naja, also fuhr ich mit dem Taxi nach Hause und fiel gegen 3 totmüde ins Bett.
*ich hab einige Details ausgelassen. Weil, ihr müsst ja nicht alles wissen. So. Denkt euch euren Teil :D
Und heute hab ich Muskelkater vom Auto durch die Gegend schieben und leicht wunde Lippen und bin sowas von müde und habe keine Ahnung, was daraus wird. Aber egal was sein wird, im Moment lebe ich einfach und es tut mir gut. Punkt.
(Den Eintrag, den ich gestern angefangen hab, gibts dann wann anders. Ich komm ja zu nix, hier. Zur Uni muss ich ja zwischendurch auch mal, und Kaffee trinken gehen mit den Mädels und was essen kann auch nicht schaden und und und.)
(Gleiches gilt für mehr Fotos. Kommt, irgendwann.)
Uah!
7. September 2009
Er hat gestern Abend angerufen und wir haben uns nochmal getroffen und hatten eine (mirfälltkeinpassendesAdjektivein) Zeit.
Es war toll. Wirklich.
(Ich hab Muskelkater. Autos mit leerer Batterie sind doof. Später mehr.)